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Warum »SEO« für Start-ups und Gründende immer eine Priorität sein sollte

06.03.2020
© von Adobe Stock | Song_about_summer

Die Onpage Suchmaschinenoptimierung für den eigenen Content ist für die meisten Existenzgründer:innen etwas, das so nebenbei mitläuft: Da wird vielleicht noch ein Plug-in installiert, das mitdenken soll – vielleicht auch eine Agentur beauftragt, die sich um Verlinkungen bzw. Backlinks kümmern soll. Das reicht aber nicht.

Von Carola Heine

Jede einzelne erfolgreiche SEO-Maßnahme spart Geld für Werbung und bringt über Suchmaschinen auf direkten Wegen potenzielle Kunden auf dein Angebot. Das alleine ist Grund genug, die Grundlagen der Onpage Optimierung vernünftig zu erlernen, statt einfach nur bei jedem Blogpost so lange in YOAST füir Wordpress herumzudaddeln, bis die kleine Ampel grün anschlägt. Die Content-Ampel wird nämlich auch grün, wenn auf hirnrissige Keywords optimiert wird oder Texte gar nicht zu deinen Zielen passen.

Verstehen, wie Suche überhaupt funktioniert, das ist der erste Schritt.

Erfolgreiches SEO ist ganzheitlich und langfristig gedacht

Wenn der Bot einer Suchmaschine auf deinem Content landet, dann wird nicht einfach der Text geschluckt und falls ein Keyword oft wiederholt wird, landet es auch oben in den SERPs. So einfach ist es nicht, ganz im Gegenteil kann es sich sogar schädlich auswirken, ein Keyword einfach oft zu wiederholen, ohne auf Frequenz oder Platzierung zu achten.

Um in den Search Engine Result Pages erfolgreich auffindbar zu sein, muss die ganze Struktur einer Seite stimmig sein.

Das beginnt bei der Auswahl des Keywords. Aber es wird ergänzt durch die richtigen Long Tail Keywords (zusammengesetzte Suchbegriffe) und passende Synonyme, die ebenfalls in den Text gehören.

Long Tail Keywords sind zusätzliche Chancen

  • Praxisbeispiel: Wenn ein Schreiner seine Internetpräsenz optimieren will, ist Schreiner nicht das wichtigste Keyword, sondern der zusammengesetzte Suchbegriff »Schreiner Ortsname« ist es. Nur wenn der Name des Angebots mit der Region oder dem Ort kombiniert wird, besteht die Chance auf ein aussichtsreiches Suchvolumen. Aber das ist noch nicht alles: Die Region, das Bundesland, die Nebenstädte sind interessante Long Tail Keywords, aber auch: Tischler und andere Synonyme und nicht zuletzt auch die Spezialisierung: Bauschreiner, Möbeltischler …. Um die Website eines Schreiners zu optimieren, erstellt man eine Liste solcher Keywords und Kombinationen und achtet darauf, kein wesentliches zu vernachlässigen.

Die Optimierung geht dann noch weiter mit den wesentlichen Details: Heißen die Bild-Dateien so wie das Thema des Textes? Die Einzelseiten-Adresse auch? Die URL des Content-Stücks sollte kurz und sprechend sein und im Idealfall exakt so wie das Keyword lauten.

Aber auch andere Details, die von vielen Website-Inhaber:innen gedankenlos eingesetzt werden, können wesentliche Elemente einer Optimierung sein. Kategorien im Blog zum Beispiel.

Jedes Keyword kann es nur einmal geben: Nimm die wichtigsten als Kategorie

Sieh einmal genau hin: Jede Kategorie in deiner Software – vermutlich Wordpress, aber es gilt auch für andere Redaktionssysteme - erzeugt eine Seite, auf der sich alle Einträge sammeln, die du in diese Kategorie sortierst. Wenn deine Kategorien klug und user-freundlich nach wichtigsten deinen Keyword-Zielen benannt sind, hast du gleich zwei Dinge automatisiert:

Du hast eine so genannte Pillar Page erstellt, die für dich, für deine Lesenden und für Suchmaschinen alle Einträge zu einem bestimmten Obergriff sammelt. Die einzelnen Einträge sind dann jeweils auf thematisch verwandte Keywords optimiert, denn es kann pro Domain immer nur eine Seite pro Keyword geben. Erstellst du mehrere Seiten, die auf das gleiche Keyword optimiert sind, kannibalisierst du deine eigenen Ergebnisse – das ist der Fachbegriff dafür, wenn du dir selbst das Wasser abgräbst.

Du hast mit dieser »Kategorie-Startseite« automatisch auch eine potenzielle Landingpage erstellt, die besonders gut gefunden wird, weil die anderen Einträge in der Kategorie sie stärken. Ergänze nun Titelbild, Meta-Informationen und Zusatztexte auf dieser Kategorie-Einzelseite, und du hast eine gute Anlaufstelle für Menschen und Suchmaschinen.

Kategorie-Seiten als Landingpages?

  • Praxisbeispiel: Wenn in einem Foodblog eine Rubrik „Süße Versuchung ohne Tierleid“ heißt, liest sich das zwar nett. Heißt die Rubrik aber „Vegane Dessert-Ideen“ wie ein etablierter Suchbegriff und hat die entsprechende Adresse im Blog, dann lässt sich mit wenig Aufwand eine Landingpage für Dessert-Ideen daraus erstellen. Für Rezepte – oder für ein E-Book oder einen Kochkurs für rein pflanzliche Nachspeisen oder welches Geschäftsmodell auch immer betrieben wird. Wer statt hübscher Kategorienamen pragmatische wählt, baut sich also nach und nach ein ganzheitliches SEO-Werkzeug – ein guter Grund für ein sorgfältiges Kategorie-Konzept noch vor dem Start.

Denn bei Änderungen im Nachhinein muss jede »verschwundene« Seite sehr sorgsam mit einem so genannten 301er Redirect technisch umgeleitet werden (damit auch Google weiß, was da passiert ist und das Ergebnis nicht für eine schlecht strukturierte Website voller Fehler hält – das wäre sehr kontraproduktiv in Sachen SEO).

Weil es ein Klacks ist, diese Details wie zusätzliche Textfelder mit dem Plugin »Custom Fields« in Wordpress zu ergänzen, hast du plötzlich nicht mehr einfach irgendwelche Kategorien, die dekorativ am Seitenrand hängen und der groben Orientierung dienen. Sondern du hast detail-optimierte Landingspage, die sorgfältig genug aufbereitet werden können, dass du Werbekampagnen dafür schalten kannst. Ohne anderswo eine Landingpage erstellen zu müssen – wieder Zeit und Aufwand und damit Geld gespart durch SEO.

Das klappt natürlich nicht mit jedem beliebigen Keyword. Aber es klappt mit viel mehr wichtigen Suchbegriffen oder Synomymen, als es auf den ersten Blick aussieht.

Auch Tag-Übersichtsseiten sind potenzielle Landingpages

Ist dir nun klar, warum ein Kategorie-Konzept vorab von Vorteil ist? Prima, dann ist es nur ein kleiner Schritt bis zu der Erkenntnis, dass auch die Hashtags / Tags in einer Blog-Installation jeweils einzelne Seiten erzeugen können, die sich optimieren lassen - und dass du hier die Landingpages für jene Keywords bauen kannst, die sich als Kategorie nicht eignen.

Zugegeben, das nimmt den ganzen Spaß aus dem lustvollen spontanen Verteilen von Tags, wie es im ganzen Internet herumgemüllt wird. Dafür ist es der nächste Schritt zu einer nachhaltigen SEO-Lösung für deine Website: Ein »Verschlagwortungskonzept« nämlich und dessen strikte Einhaltung.

Wenn du jetzt die wichtigsten zwanzig, dreißig oder fünfzig Tags festlegst, dann denk daran: Für jeden einzelnen brauchst du dann ein Bild, eine Meta-Beschreibung, einen Meta-Title, die nötigen Open Graph Informationen für Social Sharing und Zusatztext, der die Inhalte auf der Tag-Seite ergänzt. Wie bei den Kategorie-Seiten auch.

Suchmaschinenoptimierung heißt: Keine Erfolge ohne Ziele

Der Aufwand für ein Kategorie-Konzept, ein Verschlagwortungskonzept und die Optimierung jeder einzelnen Seite deiner Domain lohnt wirklich nur, wenn du deine Ziele kennst, sie sauber definiert hast und alle deine Maßnahmen sich darauf ausrichten, sie zu erreichen.

Was hilft dir beispielsweise ein grandioses Ranking für ein Thema, wenn du damit weder Reputation noch Umsatz erzielst? Das hebt nur deine Hosting-Kosten. Daher solltest du erst festlegen, was du konkret erreichen willst und dann darauf hinarbeiten.

Besonders in der Gründungsphase lohnt es sich, für diese Positionierung eine Beratung oder ein Coaching in Anspruch zu nehmen, damit du gleich von Anfang an deine Inhalte für die richtigen Ziele optimierst. Allem Aufwand zum Trotz.

SEO ist kein Zusatzthema, sondern Grundpfeiler des Online-Marketings

Zwischen dem Aufbau von Mailinglisten, der Notwendigkeit von Social Media Marketing und dem Aufwand für Content Marketing wirkt SEO auf Nicht-Tekkies wie nur eine weitere von vielen Baustellen. Eine Aufgabe, die man immer dann beackern kann, wenn sich Zeit dafür findet – so wie eine Werbekampagne oder ein Newsletter-Konzept.

Diese Einstellung zu SEO ist falsch. Die Landingpage von Mailinglisten, der sorgfältig erstellte Content und sogar die Social Media Posts sind erfolgreicher, wenn Suchmaschinenoptimierung die clevere Grundlage legt. Wichtiger noch, im Laufe der Zeit wird mehr und mehr Inhalt entstehen, der ohne weitere Maßnahmen auf eine gute Auffindbarkeit online einzahlt. Wenn das kein Grund ist, sich um diese Basics ab jetzt vernünftig zu kümmern, was dann?

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