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Motivationstiefs überwinden, erneut produktiv werden

27.01.2020
Photo by kieferpix on ADOBE STOCK

Scheitern gehört zum Erfolg. Das ist eine bittere Lektion und für manche Menschen auch eine Neuigkeit. Vor allem aber ist es sehr frustrierend, wenn sorgfältig herbeigeplante Projekte scheitern und du einen richtigen Durchhänger hast, aber trotzdem weitermachen musst – schließlich hast du eine Existenzgründung am Hals und musst dich in einem Moment ganz neu sortieren, indem du am liebsten erst mal ungestört deine Wunden lecken würdest. Hängst du gerade durch? Dann lies diesen Text.

Von Carola Heine

Wenn alles danebengeht, gibt es nichts Besseres und nichts Schlimmeres als die ganzen Geschichten über fremdes Scheitern, die am Ende gut ausgingen. Es stimmt, aufgeben gilt nicht. Aber es stimmt auch, dass Selbständigkeit ganz schön schwierig sein kann, wenn die Erfolgserlebnisse anfangs noch ausbleiben, die Talfahrten aber überwunden werden müssen. Dranbleiben ist nicht immer einfach, deshalb zeigen wir dir, wie du mit der Achterbahn umzugehen lernst und dein Motivationstief überwinden kannst.

Den Krisen-Stier bei den Hörnern packen

Wenn nichts mehr läuft und deine Angebote scheinbar grundlos auf Eis laufen, ist Selbstzweifel verständlich – aber nicht die richtige Reaktion. Vielleicht hat der Markt sich gewandelt seitdem du deinen Businessplan erarbeitet hast. Vielleicht ist die Konkurrenz stärker geworden oder es gibt eine spannende App, die alle Bedingungen verändert. Von denen hat es in den letzten 10 Jahren Tausende gegeben. Denk nur an www.canva.com, durch das Hunderttausende von Grafikaufträgen einfach verdampft sind. Oder www.speechmatics.com als Ablösung für Transkriptions-Büros. www.deepl.com als KI Übersetzung in Konkurrenz zu zahllosen Experten. Die Liste ist lang.

Wenn dein Produkt nicht erfolgreich gelauncht werden kann oder dein Angebot floppt, gibt es immer ganz konkrete Anhaltspunkte, bei denen du mit einer Analyse als ersten Schritt in die Verbesserung einsteigen kannst. Dafür kannst du dich von Profis beraten lassen, die sich auch mit den finanziellen Herausforderungen auskennen. Wenn es das Geschäftsmodell ist, das nicht aufgeht, gibt es zahlreiche Möglichkeiten, zu einer fundierten Entscheidung darüber zu gelangen, wie es nun weitergehen soll. Manchmal helfen Berater oder Investoren, eine ganz andere Richtung oder ein klarer Cut und die Orientierung auf andere Dinge.

Du bist der Motor deiner Existenzgründung – kümmere dich um dich

Vielleicht geht es aber nicht der Geschäftsidee an sich schlecht, sondern dir – dem Gründer oder der Gründerin. Mögliche Gründe für emotionale Durchhänger gibt es leider so zahlreich wie Sand am Meer. Enttäuschungen im Geschäftsleben, mangelnder Rückhalt durch die Familie, Liebeskummer oder schlicht und ergreifend chronische Überarbeitung: Du bist der Motor deiner Gründung und solltest höchste Priorität darauf legen, dass es dir bald wieder besser geht. Steigere deine Motivation.

Bis dahin darf dein Business aber nicht absaufen. Jetzt ist wichtig: Du musst nicht alles wissen oder können. Du musst nur wissen, wer es kann oder weiß. Es kostet Überwindung, Aufträge abzugeben bzw. unter zu vergeben – aber es ist besser, als Kunden zu verlieren. Unterstützung annehmen kostet immer einiges an Überwindung. Aber Du solltest die Hilfe annehmen, wenn Deine Freunde oder Kollegen sie anbieten, denn so kommst Du weiter.

Wenn du ein Netzwerk hast, in das du dich nun fallen lassen kannst: Perfekt. Wenn nicht, kannst du nur eine begrenzte Zeit lang alles alleine am Laufen halten. Hängen an deinen Projekten andere Existenzen – und das ist sehr häufig so – kommst du bei einem Zusammenbruch schnell an einen Punkt, an dem es Sinn ergibt, die Auftraggeber zu informieren, dass du gerade verspätet oder gar nicht liefern kannst.

Versteh mich bitte richtig, niemand wird tiefergehendes Verständnis haben und sich gerne die lange und traurige Geschichte anhören, warum gerade bei dir alles schlimm ist. Du kannst sagen „ich bin erkrankt und voraussichtlich dann und dann wieder da“. Kunden und Geschäftspartner haben deutlich mehr Verständnis, wenn sie über eine Krise informiert sind, aber es ist natürlich trotzdem nicht ihre eigene Situation.

Von der kleinen Auszeit bis zur großen Reha: Tu was für dich

Je größer der Druck ist, desto wichtiger sind Auszeiten und Ausgleich für dich. Das ist viel leichter gesagt als getan. Aber wenigstens eine kurze Zeit nur für Dich muss täglich sein, und sei es nur die halbe Stunde auf dem Bettrand, in der du einfach so vor dich hinschaust und deine Gedanken sortierst. Besonders die muss sein J. Anschließend packst du deine Krise bei den Hörnern, kümmerst dich um Veränderungen, einen neuen Lifestyle, eine andere Ausrichtung oder mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln um mehr Gesundheit.

Frust gehört zum Aufbau eines Unternehmens dazu, aber dann macht Durchhaltevermögen den Unterschied. Persönliche Krisen bleiben niemandem erspart. Umso wichtiger ist es, einerseits nicht aufzugeben und andererseits zu sehen, dass es dir bald wieder besser geht. Auch dafür gibt es Profis, Coaches und Berater. Was immer dir passiert, du musst da nicht alleine durch.

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