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Checkliste: Gewerbe anmelden

31.01.2020
@ADOBE_STOCK_fizkes

Ein wichtiger und spannender erster Schritt in die Selbstständigkeit ist die Anmeldung eines Gewerbes bei deinem zuständigen Gewerbeamt. Wir haben die wichtigsten Punkte aufgeschrieben, damit du deinen Gewerbeschein mühelos beantragen kannst, und um wertvolle Tipps ergänzt. Unsere Checkliste für die Gewerbeanmeldung hilft dir, an alles zu denken und gut vorbereitet schnell voranzukommen.

Von Carola Heine

Die Kosten für deinen eigenen Gewerbeschein fallen regional ganz unterschiedlich aus. Sie können sich zwischen 15 und 75 € bewegen, je nach Region und festgelegtem Satz. Im Unterschied zu einer freiberuflichen Tätigkeit hast du als Gewerbetreibende/r einige Pflichten und Zusatzgebühren sowie die Gewerbesteuer dem Hebesatz deiner Wohngemeinde entsprechend zu zahlen.

Der Grund ist, dass man davon ausgeht, dass ein Gewerbebetrieb zusätzliche „Umstände“ macht, wie betrieblichen Abfall, Lärm und so weiter. Deshalb kann es auch sein, dass dir Zusatzkosten entstehen, wenn du Räume anmietest, die Freiberuflern nicht angerechnet werden. Grundsätzlich fallen erst mal alle Selbstständigen mit einer Gewerbeanmeldung (also Gewerbetreibende) unter die Regelungen der Gewerbesteuer. Es gilt aber ein Freibetrag in Höhe von 24.500 €. Nur das Gewerbeeinkommen, das diese Summe übersteigt, muss versteuert werden. Hier empfehle ich, eine professionelle Steuerberatung in Anspruch zu nehmen, damit du immer genug Rücklagen bildest.

Zunächst aber brauchst du deinen Gewerbeschein

Ob du nebenberuflich selbstständig sein möchtest oder dich im Hauptberuf selbstständig machst, ist für die Anmeldung des Gewerbes unerheblich. Zunächst solltest du in der Vorbereitungsphase prüfen, ob dein Gewerbe genehmigungspflichtig ist.

1. Ist das Gewerbe genehmigungspflichtig?

Einzelne Gewerbe setzen zusätzlich zu einer regulären Anmeldung beim Gewerbeamt noch eine Erlaubnis voraus. Im Handwerk beispielsweise eine Eintragung in die Handwerksrolle, wie sie für Meister bei der örtlichen Handwerkskammer erforderlich ist. Oder in Einzelfällen eine Ausnahmebewilligung. Im Gastronomiegewerbe muss eine Fortbildung zu lebensmittel- und hygienerechtlichen Bestimmungen nachgewiesen werden, und so weiter. Viele Qualifizierungsnachweise bietet zum Beispiel die IHK an, die dich auch in deinem Einzelfall beraten kann, welche nötig sind.

2. Brauchst du einen Handelsregistereintrag?

Bei einigen Firmengründungen prüft das Gewerbeamt explizit die Zuverlässigkeit des Existenzgründers in persönlichen und wirtschaftlichen Dingen: Ins Handelsregister eintragen müssen sich ein Einzelunternehmer oder eine BGB-Gesellschaft dann, wenn sie „nach Art und Umfang einem kaufmännisch eingerichteten Geschäftsbetrieb entsprechen“. Im Zweifelsfall erteilt auch hier die IHK Auskunft darüber, wie du dich einordnen lassen solltest.

3. Wie und wo meldest du das Gewerbe an?

Wichtig ist: Es muss das Gewerbeamt für die Anmeldung dort sein, wo deine Firma ihren Sitz bei dem in deiner Stadt zuständigen Gewerbeamt hat. Nicht dort, wo du privat wohnst.  Ausnahme kann der Start in die Existenzgründung vom Home-Office aus sein.

Um die Anmeldung vorzunehmen, musst du ein Formular „Gewerbeanmeldung“ ausfüllen. Wir empfehlen dir dringend, sich diese Gewerbeanmeldung bereits vorher aus dem Internet herunterzuladen und zu prüfen, welche Angaben du jetzt für dein Gewerbeamt noch ermitteln musst bzw. welche Anlagen du benötigen wirst. Bereits kennen solltest du in jedem Fall die Rechtsform deines zukünftigen Unternehmens, die du mithilfe deines Steuerberaters ermittelt hast.

Achtung UG und GmbH!

(verlinken mit den Info.Artikeln?)

Eine Unternehmergesellschaft (UG) oder Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) kannst du nur dann für ein Gewerbe anmelden, wenn bereits der Eintrag im Handelsregister erfolgt ist.

Gründest du eine Personengesellschaft mit einem oder mehreren Partnern, musst du die Zahl der geschäftsführenden Gesellschafter angeben. Bei Kapitalgesellschaften wie AG, KGaA, GmbH und UG möchte das Gewerbeamt die Zahl der juristischen Vertreter wissen. Bei einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) sind die Namen aller Gesellschafter auf dem Formular erforderlich. Jeder ist dann auch noch verpflichtet, seine eigene Gewerbeanmeldung ausfüllen.

Das Gewerbeamt will im Detail wissen, wie deine selbstständige Tätigkeit aussehen wird, was du vertreiben oder anbieten wirst und ob es dein Haupt- oder Nebenberuf ist.

Aber aufgepasst – leg dich nicht zu stark fest, bleib lieber pauschaler. Statt „Wordpress Websites“ besser „Medienagentur“, statt „Blogger“ besser „Redaktion und Verlagswesen“, dann hast du ausreichend Spielraum und musst den Gewerbeschein nicht bei jeder neuen Aufgabe anpassen lassen.

4. Identifikationsnachweis und Mitarbeiterzahl

Wie viele Mitarbeiter du beschäftigst, musst du bei der Anmeldung angeben. Dann legst du noch einen Ausweis oder Reisepass zur Identifikation vor, denn ohne diesen läuft nichts. Ausländische Existenzgründer müssen ihre Aufenthaltsgenehmigung mitbringen.

Was macht das Gewerbeamt mit deinen Angaben?

Das Gewerbeamt gibt deine Gewerbeanmeldung im Anschluss an verschiedene Behörden weiter, wie das Finanzamt, die Industrie- und Handelskammer bzw. die Handwerkskammer, das Handelsregistergericht, die zuständige Berufsgenossenschaft und das Statistische Landesamt. Du bekommst also Post von verschiedenen Einrichtungen.

Achtung: Viele trittbrettfahrende Firmen verschicken offiziell wirkende Rechnungen rund um die Gewerbeanmeldung. Wenn eine unerwartete Rechnung bei dir eintrifft, solltest du unbedingt prüfen, ob es eine Betrugsmasche ist oder ob sie tatsächlich von einer Behörde stammt.

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