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A/B Testing für Landingpages

06.03.2020
© von Adobe Stock | Андрей Яланский

Es hat sich erfolgreich herumgesprochen, dass für Anzeigenschaltungen und Funnel-Marketing eher Landingpages als komplexe Websites das passende Ziel sind. Doch was Gründer:innen oft vergessen: Die Inhalte und Ziele einer bereits laufenden Landingpage sind wertvolles Kapital. Es lohnt sich, mit Hilfe von A/B Tests die beste Version zu ermitteln. Warum Split Tests für dein Business wichtig sind und wie du sie durchführen kannst, erfährst du in diesem Artikel.

Von Carola Heine

Eine Landingpage optimal aufzubereiten ist eine Aufgabe, die dir Existenzgründer:in deutlich mehr Spaß machen sollte als der mühselige Aufbau einer Mailmarketing-Liste. Schließlich arbeitest du hier mit etwas bereits gut Durchdachtem, welches jetzt nur noch weiter verbessert werden soll. Aber es geht gar nicht nur um Freude am eigenen Angebot: Wenigen Gründern ist klar, dass sie die Ergebnisse ihrer Landingpages verdoppeln oder vervierfachen können, wenn sie den richtigen Angriffswinkel finden, die vorhandenen Informationen an das Publikum zu bringen. Einfach indem die vorhandenen Potenziale optimiert werden – denn so profitabel sind A/B oder Split Tests für bestehende Landingpages mit Offerten.

Warum sind Split-Tests so profitabel für die Angebote besonders von Gründern?

Einer der Gründe, warum ein A/B Test grundsätzlich dazugehört, wenn eine Landingpage für ein Angebot erstellt wird, ist die überaus einfache Abwicklung. Du brauchst dafür kein extra Budget und auch keine virtuelle Assistenz, keine speziell ausgebildete Texterin und auch kein Einverständnis der Mitwirkenden, die von deiner Seite angesprochen werden sollen. Es reicht, wenn du dich um ein Auswertungs-Tool kümmerst und dich einmal in der Woche hinsetzt, um neue Dinge mit den Seiten auszuprobieren, die dir am meisten Umsatz bringen, um dann noch mehr für dich herauszuholen, ohne dabei das Bestehende gleich wegzuwerfen.

Durch das Herumprobieren und Auswerten deiner Ergebnisse siehst du nicht nur, welches Design für eine Landingpage am besten funktioniert.

Du lernst beim A/B Testing vor allem deine Zielgruppe immer besser kennen, weil du ein Gefühl dafür entwickelst und ein Händchen dafür bekommst, was bei deinen Zielpersonas gut funktioniert. Wenn du dich vorher hingesetzt hast und dir genau überlegt hast, wen du mit deinem Angebot ansprechen willst, wofür sich diese Menschen interessieren, welche Probleme sie lösen möchten und mit welchen Herausforderungen sie sich herumschlagen, dann ist es nur noch ein kleiner Schritt bis hin zu einem besseren Verständnis dafür, welche Ansprache funktioniert:

  • Welche Farben?
  • Welche Formulierungen?
  • Welche Anordnung von Elementen?

Du kannst das Layout testen, die Farben, Formatierung und Fonts. Den Text deiner Calls-to-Actions (CTA) und die Platzierung von Buttons und Formularen. Oder, ob vielleicht doch Links besser funktionieren als Buttons und umgekehrt. Du kannst deine Pop-ups testen, die Reihenfolge der Informationen, den Inhalt selbst und ob eher lange oder kurze Texte gut ankommen bei deiner Zielgruppe. Es ist oft gar nicht nötig, beim Testen alles umzuwerfen, weil bereits kleine Anpassungen große Wirkung haben können – zum Beispiel bei der farblichen Anmutung oder sogar beim Preis.

Tipp: So funktioniert der A/B Test
Wird ein Split-Test gestartet, wird der Traffic deiner Seiten nach dem Zufallsprinzip auf die unterschiedlichen Versionen der Landingpage verteilt. Die Split-Testing-Software verfolgt und analysiert die Performance jeder einzelnen Version und identifiziert für dich mühelos diejenige mit den meisten Conversions. Mit Split-Testing findest du also heraus, in welcher Version dein Test am besten funktioniert hat und kannst dann diese Erfolgsversion einsetzen.

Zeitsparend loslegen mit A/B Tests – so geht’s

Schon wenn du nur ein oder zwei Landingpages oder auf Conversions ausgerichtete Unterseiten deiner Website wählst, um Split-Tests durchzuführen, bekommst du deutlich bessere »Insights« in das Verhalten deiner Zielgruppe auf deiner Website. Sobald du ein Modell gefunden hast, das richtig zündet und erfolgreich ‚knallt‘, hast du auch ein Template für zukünftige Erfolge, an dem du dich orientieren kannst. Dann wird nicht nur diese eine Seite erfolgreicher, sondern jeder Teil deiner Internetpräsenz, auf dem du die gewonnenen Erkenntnisse deiner A/B Tests umsetzt.

Um loszulegen, gehst du dorthin, wo du bereits erfolgreich bist – das ist eine der Grundregeln des Marketings: Statt brav alles abzuackern, was da ist und überall gleichmäßig Zeit und Geld zu versenken, gehst du immer nur dorthin, wo schon Erfolge zu verzeichnen sind und gehst diesen dann strategisch auf den Grund, um sie zu wiederholen und zu steigern.

Such dir also jene Seiten aus, die bereits gut funktionieren bzw. guten Traffic haben. Diese liefern dir dann auch ausreichend Daten für einen Test. Hast du noch keine Wissensartikel oder Angebote, auf denen viel Traffic landet, arbeitest du mit Google oder Facebook Anzeigen, die auf deine Keywords und Zielgruppe zugeschnitten sind. Denn ausreichend Zugriffe benötigst du für deine Auswertungen, nur dann hast du am Ende eine gute Daten-Grundlage, um kompetente Entscheidungen über Anpassungen zu treffen.

Eine Seite auswählen – und experimentieren

Wenn du eine Landingpage oder Unterseite für den Split-Test ausgesucht hast, machst du eine zweite Version und beginnst mit dieser zu experimentieren. Probier alles aus, was dir veränderungswürdig erscheint – wenn es klappt und mehr Leute klicken, behältst du die Veränderung bei. Wenn nicht oder wenn die Ergebnisse sich sogar verschlechtern, machst du die Veränderung rückgängig und testest andere Elemente. Beginne zum Beispiel damit, die Buttons in anderen Varianten zu beschriften und den Call-to-Action mal so, mal so zu formulieren und an verschiedene Stellen zu setzen.

Ergebnisse von Split-Tests auswerten: A/B Test Werkzeuge

Einfach nur messen, ob jemand zum Käufer wird, reicht in den wenigsten Fällen aus, um eine alternative Version einer Landingpage zu testen. Wenn du mit Google Analytics arbeitest, hast du die einfache und komfortable Option, alles mit Google Optimize zu testen.

Google Optimize

Google Optimize bietet dir hochwertige und gut durchdachte Möglichkeiten an, deine Seite zu variieren, auf verschiedene Ziele auszurichten und auf Herz und digitale Nieren zu testen: https://marketingplatform.google.com/intl/de/about/optimize/features/ Der Bonus: Du kannst deine vorhandenen Daten aus Google Analytics nutzen, um schnell und einfach jene Bereiche deiner Website zu identifizieren, die für eine Überarbeitung in Frage kommen.

Wenn du Google Optimize nutzt, solltest du unbedingt alle Info-Mails und Hinweise abonnieren, um immer auf dem Laufenden zu bleiben und dein Wissen beständig zu erweitern. Die Abo-Funktion erscheint auf dem ersten Schirm, wenn du innerhalb deines Google-Kontos auf Optimize und „kostenlos starten“ gehst. Sehr angenehm ist, dass Datenkrake und Riesenkonzern Google vom ersten Klick an darauf achtest, dass die Regelungen der DSVGO eingehalten werden – es handelt sich um einen der Fälle, in denen du die AGB des Anbieters sorgfältig lesen und archivieren solltest.

Heatmaps

Heatmaps sind kein Tool eines bestimmten Anbieters, sondern eine Technologie, mit der du live dabei zusehen kannst, wie sich Besuchende auf deiner Website verhalten. Der Nachteil ist, dass häufig keine sehr detaillierten Daten zur Verfügung stehen und es sehr darauf ankommt, wie gut du deine Zielgruppe kennst und die universelle App zwischen deinen Ohren für Auswertungen und Erkenntnisse einsetzt. Der Vorteil ist, dass es viel Spaß macht, mit Heatmaps zu arbeiten und du mit ganz wenig Einsatz viel davon zu sehen bekommst, wie sich die Menschen auf deiner Seite benehmen und wo sie zu klicken versuchen und was dann passiert oder passieren sollte.

Besonders spannend ist, dass es inzwischen sogar Heatmaps gibt, die mit echten Personen arbeiten. Während die fortgeschrittenen Tools auch höhere Gebühren kosten, kannst du aber auch mühelos Anwendungen finden, die sich für 20 bis 30 Euro monatlich abonnieren lassen oder wie Xandex.Metrica sogar kostenlos sind. Es würde hier den Rahmen sprengen, jedes Tool vorzustellen, zum Glück gibt es Experten, die das schon übernommen haben und Anfang 2020 eine frische Tool-Liste bereitstellen: https://blog.convert.com/top-heat-map-tool-2020.html

Profi-Testing Tools aller Preisklassen

Nicht ersetzen können Heatmaps ausgefeilte Profi-Tools mit Statistiken und Features für die Optimierung. Einen aktuellen Überblick bietet die Liste „A/B Testing Software im Vergleich

Die 10 besten A/B Testing Tools im Test“ von trusted.de unter https://trusted.de/a-b-testing

Auch hier siehst du wieder die ganze Bandbreite der Branche von kostenlosen Versionen angefangen bis zu Hochglanz-Tools für mehrere Hundert Euro im Monat. Wenn eine Heatmap dir nicht genügt und du nicht mit dem Google-Tool arbeiten möchtest, findest du hier mehr als eine Möglichkeit, ins A/B Testing komfortabel einzusteigen. Viel Erfolg!

A/B Testing Online Marketing
Frau Carola Heine Marketing Expertin mehr erfahren

Carola Heine ist Autorin, Blogger, Marketing Expertin, Texterin und nicht zuletzt IT-Fachjournalistin mit über 20 Jahren Erfahrung. Als Nerd und Digital Native der ersten Stunde schreibt sie häufig für die Community der Freelancer und anderen Selbständigen oder hilft dem Mittelstand in der operativen Transformation.

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